REGENWASSERNUTZUNG / DIN 1989-1 & FBR
Regenwasserzisterne Größe Rechner
Berechnen Sie die optimale Behältergröße für Ihre Zisterne nach DIN 1989 für Gartenbewässerung, WC und Waschmaschine.
Eine falsch dimensionierte Regenwasserzisterne verursacht entweder unnötig hohe Erdbau- und Behälterkosten oder läuft nie über – was zu trübem, sauerstoffarmem Wasser führt. Dieser Rechner ermittelt nach DIN 1989-1 das ideale Speichervolumen aus lokalem Jahresniederschlag, Dachfläche und tatsächlichem Wasserbedarf mit 21 Tagen Trockenheitsreserve.
Optimal dimensioniert für Selbstreinigung durch regelmäßiges Überlaufen.
BEMESSUNGSFORMEL NACH DIN
Regenertrag (L/a) = Dachfläche × Niederschlag × Dachbeiwert × FilterBedarf (L/a) = (Garten m² × 60) + (Personen × 18.000)Zisternengröße = Min(Ertrag, Bedarf) × (21 ÷ 365)
Eine Zisterne ist kein Endlager, sondern ein Durchflussspeicher. Der Überlaufsiphon saugt Oberflächenpartikel ab und sorgt für anaerob-freie Wasserfrische.
So wird eine Zisterne nach DIN 1989-1 ausgelegt
Die Norm sieht vor, dass das Nutzvolumen weder den durchschnittlichen Ertrag noch den realen Bedarf unverhältnismäßig überschreitet:
- Regenwasserertrag: Wie viel Liter Wasser können über das Dach jährlich gefiltert in die Zisterne fließen?
- Betriebswasserbedarf: Pro Quadratmeter Garten fallen ca. 60 Liter pro Jahr an. Im Haus verbraucht eine Person für Toilettenspülung (~24 L/Tag) und Wäsche (~15 L/Tag) rund 18.000 Liter im Jahr.
- Speichersicherheitszeit: Der kleinere der beiden Werte (Ertrag oder Bedarf) wird mit 6% (entspricht ca. 21 bis 22 Tagen Trockenzeitpuffer) multipliziert.
Praxisbeispiel einer 4-köpfigen Familie
Einfamilienhaus mit 120 m² Ziegeldach bei 750 mm Jahresregen, 200 m² Garten und 3 Personen Haustechnik:
- Jährlicher Reinertrag: 120 × 750 × 0,80 × 0,90 = 64.800 Liter
- Gartenbedarf: 200 m² × 60 L = 12.000 Liter
- Haustechnikbedarf: 3 Personen × 18.000 L = 54.000 Liter
- Gesamtwasserbedarf: 12.000 L + 54.000 L = 66.000 Liter
- Norm-Speichergröße: 64.800 L × 0,06 = 3.888 Liter (empfohlen: 4.000-Liter-Zisterne)
Trinkwasserschutz nach DIN EN 1717
Regenwasseranlagen dürfen unter keinen Umständen eine feste, direkte Rohrverbindung mit dem Trinkwassernetz haben (Rückverkeimungsgefahr). Die Trinkwassernachspeisung bei leerer Zisterne muss über einen freien Auslauf (Kategorie 5 nach DIN EN 1717 / DIN 1988) erfolgen.
Fachquellen & Normen:
1. fbr Bundesverband für Betriebs- und Regenwassernutzung e. V. — Planungsblätter Regenwassernutzung.
2. DIN 1989-1: Regenwassernutzungsanlagen — Planung, Ausführung, Betrieb und Wartung.
SCHRITT-FÜR-SCHRITT-ANLEITUNG
Planung Ihrer Regenwasseranlage
Mit diesen Schritten zur ideal dimensionierten Zisterne:
Messen Sie die horizontale Grundrissfläche Ihres Dachs inklusive Dachüberständen.
Entscheiden Sie, ob nur der Garten bewässert wird oder auch Toilette und Waschmaschine versorgt werden.
Wählen Sie den nächsten Standard-Fertigbehälter (z. B. 3.000 L, 4.000 L, 5.000 L oder 6.500 L).
HÄUFIGE FRAGEN (FAQ)
Warum sollte eine Zisterne nicht zu groß gewählt werden?
Eine Zisterne muss mindestens 1 bis 2 Mal pro Jahr kontrolliert überlaufen (Überlauf-Siphon mit Skimmereffekt). Dadurch werden schwimmende Pollen und Staubfilme von der Wasseroberfläche abgeführt, was die Wasserqualität biologisch stabil und geruchsfrei hält.
Wie viel Wasser spart Regenwassernutzung im Haushalt ein?
In einem 4-Personen-Haushalt mit Toilettenspülung, Waschmaschine und Gartenbewässerung spart eine Anlage bis zu 50 % des täglichen Trinkwasserbedarfs ein (ca. 60.000 bis 80.000 Liter Trinkwasser jährlich).
Welches Material ist für eine Zisterne besser: Beton oder Kunststoff?
Betonzisternen sind extrem schwer und langlebig, grundwasserstabil und neutralisieren saures Regenwasser durch freie Kalkbestandteile. Kunststoffzisternen (PE) sind leicht, ideal für enge Gärten ohne Schwerlastkran und 100 % dicht gegen Wurzeleinwuchs.
Muss eine Regenwassernutzungsanlage angemeldet werden?
Ja. Nach der Trinkwasserverordnung (TrinkwV) und den kommunalen Abwassersatzungen muss jede Betriebswasseranlage für WC/Waschmaschine beim Gesundheitsamt und beim Wasserversorger gemeldet werden. Reine Gartenregentonnen sind meldefrei.
Was ist die Niederschlagswassergebühr (gesplittete Abwassergebühr)?
Kommunen verlangen Gebühren für versiegelte Dach- und Hofoberflächen, von denen Regenwasser in den Kanal geleitet wird. Wer eine Zisterne mit Überlaufversickerung nutzt, spart diese Abwassergebühr (ca. 0,80 bis 1,80 €/m² Dachfläche jährlich).
Wie berechnet man den Ertrag der Dachfläche nach DIN 1989?
Wasserertrag (L/Jahr) = Dachgrundfläche (m²) × jährlicher Niederschlag (mm) × Dachbeiwert (z.B. 0,8 bei Tonziegeln, 0,5 bei Gründach) × Filterwirkungsgrad (ca. 0,9).
Was ist ein beruhigter Zulauf in einer Zisterne?
Ein beruhigter Zulauftopf leitet das gefilterte Regenwasser am Zisternenboden sanft nach oben ein. Dadurch wird verhindert, dass sich abgelagerte feine Sedimentschichten am Boden aufwirbeln und die Pumpe verstopfen.
Wie tief muss eine Regenwasserzisterne eingegraben werden, damit sie frostsicher ist?
Die Zulaufrohre und der Tankkörper müssen in Deutschland in frostfreier Tiefe (mindestens 60 bis 80 cm Erdüberdeckung oberhalb des Zisternenhalses) verlegt werden.
Welche Pumpe eignet sich für die Zisterne: Tauchdruckpumpe oder Hauswasserwerk?
Eine mehrstufige Tauchdruckpumpe mit schwimmender Entnahme im Tank arbeitet absolut geräuschlos im Garten. Ein Hauswasserwerk im Keller saugt Wasser an, ist wartungsfreundlicher, benötigt aber einen frostfreien Technikraum und Schalldämmung.
Darf Regenwasser aus der Zisterne für die Waschmaschine genutzt werden?
Ja, Regenwasser ist kalkfrei (0° dH). Das schont die Heizstäbe der Waschmaschine, spart bis zu 50 % Waschpulver und macht Weichspüler komplett überflüssig. Bakteriologische Untersuchungen bestätigen hygienisch einwandfreie Wäsche.